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Die Strecke Triptis ( Leipzig Leutsch ) - Probstzella

Von Triptis über Saalfeld ( Kursbuchstrecke 530 der DR ) nach Prostzella, ( Kursbuchstrecke 566 der DR )

Eigenlich lautet die genaue Bezeichnung der Strecke Leipzig Leutsch - Probstzella, jedoch soll hier nur der Abschnitt von Triptis bis Probstzella betrachtet werden.

Bereits 1874 wurde die Saaleisenbahn durch die Saaleisenbahngesellschaft fertiggestellt. Aber erst 1885 kam die Strecke von Eichicht bis Probstzella hinzu. Damit wurde eine durchgehende Verbindung zwischen Berlin und München geschaffen. Für Saalfeld ergaben sich ganz neue Aufgaben und so entwickelte sich Saalfeld schnell zum Eisenbahnknoten. In den 30er Jahren berührten 14 Schnellzüge und 10 Personenzüge in Richtung Probstzella, 11 Schnellzüge und 8 Personenzüge in Richtung Jena, 5 Schnellzüge und 8 Personenzüge in Richtung Gera - Leipzig und 2 Eilzüge und 7 Personenzüge in Richtung Erfurt den Bf Saalfeld. Hinzu kamen 6 Personenzüge auf der 1908 eröffneten Strecke nach Lobenstein - Marxgrün.

Die Bahnstrecke Gera–Eichicht wurde am 20. Dezember 1871 eröffnet. Für die anliegenden Orte war sie von großer Bedeutung. Durch sie konnte die Textilindustrie in der Orlasenke, ganz besonders in Pößneck, vor dem Ersten Weltkrieg rasant wachsen. Pößneck wurde dadurch neben Apolda und Greiz zum Zentrum der thüringischen Textilindustrie. Von Bedeutung war und ist dieser Abschnitt auch für die Maxhütte (Unterwellenborn) bzw. das heutige Stahlwerk Thüringen.

Als die Strecke 1871 erbaut wurde, führte sie durch folgende Staaten (ab Gera): Reuß jüngerer Linie, Sachsen-Weimar-Eisenach, Preußen, Sachsen-Meiningen, Preußen, Schwarzburg-Rudolstadt, Sachsen-Meiningen. Der vorläufige Endpunkt in Eichicht wurde gewählt, da die Weiterführung und der Anschluss nach Bayern noch ungeklärt waren. 1885 wurde schließlich mit der Fertigstellung der Verbindung zur Frankenwaldbahn bei Probstzella die Gesamtstrecke fertiggestellt.

Bis zur Fertigstellung der Verbindungskurve zwischen der Bahnstrecke Halle–Bebra und der Bahnstrecke Großheringen–Saalfeld bei Großheringen im Jahr 1900 war sie neben der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn die wichtigste Verbindung zwischen Preußen und Bayern. Obwohl sich die 25 km kürzere Bahnstrecke Großheringen–Saalfeld zur bedeutenderen Nord-Süd-Verbindung entwickelte, blieb sie weiterhin eine Fernverkehrsstrecke von Leipzig im Norden nach Nürnberg im Süden.

Nach dem in westlicher Richtung verlaufend der Scheitelpunkt, der bei Triptis in etwa 375 Metern Höhe über NN liegt, überschritten wurde, führt die Bahnstrecke in die Orlasenke hinab. Sie verläuft weiter schnurgerade in südwestlicher Richtung durch die Stadt Neustadt an der Orla, weiter an Oppurg vorbei, wo bis 1944 die Orlabahn in Richtung Pößneck unterer Bahnhof - Orlamünde abfuhr, dann durch Pößneck, Krölpa - Ranis und Könitz durch Unterwellenborn nach Saalfeld. Vor Saalfeld trifft sie nach einem langgestreckten Bogen auf die Bahnstrecken Großheringen–Saalfeld und Arnstadt–Saalfeld.

In Saalfeld waren beachtliche Anlagen des Güterverkehrs vorhanden. Fast vollständig bis heute erhalten belegen sie das Aufkommen an Gütern aller Art. Leider wurde im Mai 2015 das Bww mit allen Hallen abgerissen. Noch stehen die alten Güterhallen, aber auch deren Zukunft ist ungewiss.

Zum Ende des zweiten Weltkriegs schwer zerstört, dauerte es lange bis der alte Zustand wieder hergestellt werden konnte. Nicht zuletzt durch den rigorosen Rückbau zahlreicher Bahn- und Industrieanlagen durch die sowjetische Besatzungsmacht als Reperationsleistungen nach dem Ende des zweiten Weltkriegs.Vor dem Zweiten Weltkrieg war die gesamte Strecke zweigleisig ausgebaut. Für den Abschnitt zwischen Saalfeld und Probstzella erfolgte bis 1941 die Elektrifizierung. Ein beweis für hohe Wertschätzumg der Strecke. In Franken, Mittelbayern und Mitteldeutschland war die wirtschaftliche Entwicklumg der Industriezentren maßgebliche Ursache für deren Entwicklung.

Vorbei an der Bohlenwand verläuft die Strecke zunächst links der Saale um diese kurz vor der ehemaligen Blockstelle Breternitz zu überqueren. Gleich darauf wird Kaulsdorf erreicht. Hier zeugen noch zwei mächtige Pfeiler in der Saale von der hier beginnenden ehemaligen Strecke zur Baustelle der damaligen Hohenwarte Talsperre. Bereits vor dem Bau der Staumauer entstanden, wurden hier 1938 Kieszüge von Lichtentanne direkt zur Baustelle gefahren ( Bild 59 bis 62 ). Wollte man nach dem Krieg einen Reisevekehr einrichten ist diese Strecke heute längst abgerissen. Ist der lange Rechtsbogen hinter Kaulsdorf durchfahren wird Hockerroda erreicht. Hier zweigt die Strecke nach Lobenstein ab. Die Loquitz überquerend folgt die Strecke selbiger um Unterloquitz nach kurzer Fahrt zu erreichen. Bekannt für seine Schieferbrüche besitz dieser Ort ein imposanntes Empfangsgebäude aus der Gründerzeit. Zwischen Unterloquitz und Probstezella rücken die Berge eng zusammen.

Zu DDR-Zeiten begann hinter Markgölitz mitten im Thüringer Schiefergebirge das 5 km breite Sperrgebiet. Betreten werden durfte es nur mit Passierschein! Im Jahr 1913 erhielt der Bahnhof seine heutige Gestalt. Hier endete die Preussiche Staatsbahn und die Bayrische Staatsbahn begann. Lok- und Personalwechsel verursachten schon damals längere Aufenthaltszeiten.

Bei km 164,2 wird die "Kurve " vor dem Bahnhof Probstzella erreicht. Bereits 1936 gab es Pläne vor dem Bahnhof Probstzella einen direkten Übergang zur Nebenbahn nach Neuhaus durch den Bau eines Gleisdreiecks zu schaffen. Durch die Grenzziehung 1945 wurde Probstzella zum Grenzbahnhof und zwischen Probstzella und Ludwigstadt enstand ein Grenzbereich. Am 28.Juli des Jahres 1949 wurde die GÜST Probstzella eingerichtet. Doch erst die Maßnahmnen zur Grenzsicherrung vom 13. August 1961 führten zu dessen Realisierung. Durch die Grenzziehung 1945 wurde Probstzella zum Grenzbahnhof und zwischen Probstzella und Ludwigstadt enstand ein Grenzbereich. In Folge der Grenzschließung wurde am 09.12.1961 die 347m lange "Kurve" in Betrieb genommen. Verwendet wurde unter anderem die Heubisch-Steinacher Brücke der ehemaligen Nebenbahn Sonneberg - Neustadt. Vorteil dieser Verbindung war die beträchtliche Verringerung der Fahrzeiten, das "Kopf machen" und rangieren im Bf Probstzella entfielen. Allerdings wurden damit auch alle nicht im internationalen Verkehr fahrenden Züge vom eigentlichen Bahnhof Probstzella ferngehalten. Ein Übergang war nicht möglich! Am 10.01.1950 wurde der elektrische Betrieb zwischen Probstzella und Ludwigstadt aufgenommen. Ab dem 12.06.1950 wurden alle Züge von und nach Probstzella mit E-Loks der DB bespannt. 1992 wurde die "Kurve" stillgelegt, 1997 folgte der gesamte Zugbetrieb zwischen Probstzela und Ernstal. Mit der Grenzöffnung am 09.11.1989 passierten in 40 Tagen ca 1,4 Millionen Reisende den Bahnhof Probstzella. Eine bis dahin nicht für möglich gehaltene Leistung der Eisenbahner der DR und der DB. Möglich wurde sie erst durch den Einsatzt aller Reserven beim rollenden Material und dem Personal Mit 25% Steigung beginnt gleich hinter Probstzella die bekannte Frankenwaldrampe in Richtung Kronach. Oberhalb von Probstzella verläuft die Landesgrenze der Bahn folgend um bei der ehemaligen Blockstelle - km 156,666 - Falkenstein die Strecke zu kreuzen. Mit der Grenzöffnung am 09.11.1989 passierten in 40 Tagen ca 1,4 Millionen Reisende den Bahnhof Probstzella. Eine bis dahin nicht für möglich gehaltene Leistung der Eisenbahner der DR und der DB. Möglich wurde sie erst durch den Einsatzt aller Reserven beim rollenden Material und dem Personal. Seit 1989 ist es nun wieder möglich Ort und Bf Probstzella zu besuchen.

Das Bw Prostzella 

Beim Bahnbau Eichicht - Stockheim wurde in Probstzella eine Lokstation nötig, um alle Züge über die Frankenwaldrampe nachzuschieben. In Richtung Süden geschah dies nur mit bayrischen Lokomotiven. Deshalb gab es im Ringlokschuppen einen bayrischen und einen preußischen Teil. Auch Unterkünfte, Materiallager und Aufenthaltsräume wurden bis 1918 streng geteilt. Alle Züge Richtung Saalfeld wurden neu gebildet und mit preußischen Lokomotiven bespannt. Folgende Lokgattungen waren hier zur Länderbahnzeit beheimatet. T 12, T 13 als Rangierlok , T 16 und G 10. Ab März 1914 waren hier 4 bayrische Mallet - Lokomotiven Gt 2x 4/4, zwei davon bis 1923 beheimatet. 1923 wurde die dem Bw Saalfeld zugeordnete Lokstaion Bw. Zur gleichen Zeit trafen hier die ersten     T 20 ( BR 95 ) ein. Diese erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen vollauf. 1936 wurde der Dampflokschuppen für den Einsatzt von Eletrolokomotiven vorbereitet. Ein Jahr später erhielt das Bw eine neue zweiteilige Drehscheibe. Von dieser durch die Fa. Deutschlandwerke Dortmund hergestellten Typ gab es im deutschen Reich nur zwei Ausführungen. Um für Reiseverkehrszwecke auf die Leistungstärkeren E 18 und E 19 vorbereitet zu sein, erfolgte nach Aufnahme des elektrischen Zugbetriebs die Ausbildung von hiesigen Lokführern ab dem 15.05.1939. Erste in Probstzelle stationierte E-Lok war die Fabrikneue E 94 020. Sie traf am 30. Januar 1941 ein. Der höchste Lokbestand wird 1942 mit zehn E 94 angegeben. Weiter soll eine E 18 hier stationiert gewesen sein. Nach der Teilung Deutschlands wurde der Lokbahnhof Sonneberg Probstzella zugeteilt. Kurzfristig waren Loks der BR 38, 55, 56, 78, 93, 94, und 95 anzutreffen. Seit Mitte der 1960er Jahre bis 1971 wurden Loks der Baureihen 65 und 83 zugeteilt. Diese bewährten sich nicht und wurden bald wieder abgegeben. Seit dieser Zeit gab es hier nur noch 95er ( T 20 ). Alle 95er von der Rübelandbahn im Harz wurden hier zusammengefasst. Als Nachfolgerin kamen die Rumänischen 119. Erste Versuchsfahrten fanden am 21. und 22.09.1978 zwischen Saalfeld - Probstzella - Eisfeld statt. Am 03. Mai 1990 waren in Probszelle 33 Lokomotiven beheimatet. Etwa die Hälfte war nicht einsatzbereit. 1995 wurde die Strecke als Verkehrsprojekte Deutsche Einheit Nr. 9 zwischen Camburg und Probstzella (elektrisch) und zwischen Saalfeld und Probstzella zweigleisig ausgebaut. Am 28.02.1981 fand die Abschiedsfahrt von der BR 95 auf dieser Strecke statt. BR 950027-3 bespannte den Abschiedszug von Saalfeld nach Steinach.

 

Bahnhof, Station 100,5 Triptis
      nach Marxgrün
Brücke über Wasserlauf (groß)   Orla
    104,4 Traun (bis 2011)
Bahnhof, Station 108,9 Neustadt (Orla)
Haltepunkt, Haltestelle 112,2 Neunhofen
Brücke über Wasserlauf (groß)   Orla
Brücke über Wasserlauf (groß)   Orla
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge   Harrasmühlentunnel (117 m)
Bahnhof, Station 117,5 Oppurg
      nach Orlamünde
Bahnhof, Station 122,4 Pößneck ob Bf
Haltepunkt, Haltestelle 126,2 Krölpa-Ranis
Bahnhof, Station 130,6 Könitz (Thür)
Bahnhof, Station 134,5 Unterwellenborn
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links   von Großheringen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links   von Arnstadt
Bahnhof, Station 140,01 Saalfeld (Saale) 211 m
Brücke über Wasserlauf (groß)   Saalebrücke Breternitz (114 m)
Haltepunkt, Haltestelle 145,81 Breternitz 216 m
Haltepunkt, Haltestelle 149,85 Kaulsdorf (Saale) (ehem. Bf) 229 m
Strecke – geradeaus   bis 1954 Eichicht
Haltepunkt, Haltestelle 152,08 Hp Abzw Hockeroda (ehem. Bf) 258 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links   nach Unterlemnitz
Haltepunkt, Haltestelle 155,76 Unterloquitz 280 m
    160,96 Marktgölitz (bis 2010) 310 m
      nach Sonneberg (Verbindungskurve)
      von Sonneberg
Bahnhof, Station 164,99 Probstzella 365 m
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    166,66 Landesgrenze Thüringen / Bayern
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Strecke – geradeaus   nach Hochstadt-Marktzeuln

 

 

M. Müller

 

Quelle: Eisenbahn Reviere Thüringer Wald TransPress, Eisenbahnatlas der DDR Touristverlag, Kursbuch der DR 1989/90

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